Formensprache (auch Formenvokabular) wird vor allem in der Bildenden Kunst synonym für die Stilelemente von Kunst- oder Designarbeiten verwendet. Beispiel: die Formensprache der Kubisten. Der Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin (1864–1945) begründete den Begriff mit seiner neuen Formenlehre (Kunstgeschichtliche Grundbegriffe, 1915), um der Kunstgeschichte mit seiner – wie er sie nannte – “Kunstgeschichte ohne Namen” eine den Naturwissenschaften ebenbürtige wissenschaftliche Basis zu geben.
Eine Übertragung der linguistischen Begriffe Sprache oder Vokabular auf das Visuelle wird in der beruflichen Gestaltung (Architektur, Design, Kunsthandwerk) von funktionellen Anforderungen eingeschränkt. Formensprache besteht aus den wichtigsten geometrischen Grundformen (Kreis, Quadrat und Dreieck), Kontrast, Gesetz von Figur und Grund, Anordnung und Kompositionsprinzipien (Reihung, Gleichheit, Nähe, Geschlossenheit, Linien, Flächen, Bewegung, Licht/Schatten, Perspektive, Symmetrie/Asymmetrie und Proportionen/Verhältnissen/Dimensionierung).
